Im Waldkindergarten Vierjahreszeiten ist Mitbestimmung nicht einfach ein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. Kinder erleben bei uns, dass ihre Meinungen zählen, dass sie gehört werden und dass sie aktiv Einfluss auf ihren Kindergartenalltag nehmen können. So wachsen sie Schritt für Schritt in demokratische Prozesse hinein – altersgerecht, spielerisch und mit viel Freude.
Ein aktuelles Beispiel für unsere Mitbestimmungskultur ist die Einführung eines „besonderen Montags“. Ergänzend zum monatlichen Spielzeugtag haben die Erzieher:innen den Kindern drei alternative Themen zur Auswahl gestellt:
Damit alle Kinder gut verstehen konnten, worum es geht, wurden gestaltete Bildkarten erstellt. Diese halfen den Kindern, die verschiedenen Optionen zu erkennen und sich bewusst zu entscheiden.

Für die Abstimmung wurde die Abstimmbox umgebaut: Statt wie bisher zwei Wahlmöglichkeiten gab es nun drei Fächer. Jedes Kind erhielt im Morgenkreis ein Abstimmklötzchen und konnte anschließend einzeln und unbeobachtet seine Stimme abgeben. So wurde sichergestellt, dass jedes Kind frei und unabhängig entscheiden kann.

Nach Abschluss der Wahl wurden die Stimmen gemeinsam in der Gruppe ausgezählt. So konnten die Kinder transparent nachvollziehen, welche Entscheidung die Mehrheit getroffen hat – ein wichtiger Bestandteil demokratischen Handelns.
Der Fahrzeugtag erhielt die meisten Stimmen und wurde in der darauffolgenden Woche umgesetzt.

Diese Form der Beteiligung findet bei uns regelmäßig statt. Die Kinder stimmen unter anderem darüber ab:
So erleben die Kinder immer wieder, dass ihre Ideen konkret umgesetzt werden.
Auch unsere Vorschulkinder, die sogenannten „Eulenkinder“, werden intensiv in Entscheidungsprozesse eingebunden. Hier gehen wir noch einen Schritt weiter:
Die Kinder überlegen sich eigene Themen und halten ihre Ideen in Zeichnungen fest. Anschließend stellen sie ihre Vorschläge in der Gruppe vor. Gemeinsam wird besprochen, was jedes Kind gemalt hat, sodass alle verstehen, welche Themen zur Auswahl stehen.

Danach erfolgt die Abstimmung – wieder mithilfe von Holzklötzchen. So wurde zuletzt das Thema „Steckenpferde basteln“ gewählt. Beim darauffolgenden Treffen setzten die Kinder ihre Entscheidung direkt um: Es wurden Steckenpferde gebastelt und anschließend ein Parcours aufgebaut, in dem die Pferde ausprobiert werden konnten.
Im Anschluss beginnt der Prozess von Neuem – mit neuen Ideen, neuen Diskussionen und einer neuen Abstimmung.

Die aktive Beteiligung der Kinder hat eine große pädagogische Bedeutung und fördert zahlreiche Kompetenzen:
Kinder entwickeln Selbstbewusstsein, indem sie erleben: Meine Meinung zählt. Eigene Entscheidungen zu treffen stärkt ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Die Kinder sehen unmittelbar die Auswirkungen ihrer Entscheidungen. Sie erleben, dass ihr Handeln etwas bewirkt – eine zentrale Grundlage für eigenverantwortliches Denken.
Durch Abstimmungen, Mehrheitsentscheidungen und gemeinsame Auszählungen lernen die Kinder grundlegende demokratische Prinzipien kennen – altersgerecht und praktisch erfahrbar.
Nicht immer gewinnt die eigene Idee. Die Kinder lernen, andere Meinungen zu akzeptieren, Kompromisse einzugehen und gemeinsam als Gruppe Entscheidungen zu tragen.

Neben den bereits genannten Aspekten fördert Mitbestimmung im Kindergarten noch weitere wichtige Fähigkeiten:
Mitbestimmung ist im Waldkindergarten Vierjahreszeiten ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Sie ermöglicht Kindern nicht nur Mitgestaltung, sondern stärkt sie in ihrer gesamten Entwicklung.
Indem wir Kinder ernst nehmen und ihnen echte Entscheidungsräume geben, begleiten wir sie auf dem Weg zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und gemeinschaftsfähigen Menschen.
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